MTV Wassel
  • Sparten und Abteilungen
    • Body Workout
    • Bogensport
    • Boule
    • Damen-Fitness
    • Eltern-Kind-Turnen
    • Fit im Alter
    • Happy Dancers
    • Herren-Fitness
    • Kinderturnen
    • Rückenschule
    • Schießsport
    • Sportabzeichen
    • Tabata
    • Tanztreff
    • Tischtennis
    • Walking / Nordic Walking
    • Yogilates
  • Kontakt
  • Offizielles
    • Chronik
    • Jubiläum 125 Jahre
    • Beitrittserklärung
    • Datenschutzerklärung
    • Archiv
    • Satzung
    • Bekanntmachungen
    • Impressum
    • Vorstand
  • Kalender
    • Einzelkalender der Sparten
    • Kalender importieren
  • Sporthalle
    • Belegungsplan
    • Anfahrt
    • Vermietung
    • Jubiläum 2017 - Programm und Sponsoren
    • Geschichte der Sporthalle
  • Presseberichte
    • Falkenauge
    • HAZ / Sehnde News
  • Wassel
    • Feuerwehr Wassel
    • Natur-Kultur-Pfad

100 Jahre MTV Wassel

Wenn ein dörflicher Verein, wie es der Männerturnverein von 1897 Wassel ist, sein hundertjähriges Bestehen feiern kann, so deutet dieses darauf hin, dass Vorstand und Mitglieder mit Zielstrebigkeit über Generationen hinweg gearbeitet haben. Sie haben so aus der Vereinigung von ehemals 14 Gründungsmitgliedern das gemacht, was den MTV Wassel heute darstellt. Der Sportverein ist zu einem der kulturellen Mittelpunkte des dörflichen Lebens geworden und zu der Institution, die sich um die sportliche Betätigung von Jung und Alt bemüht.

Gründungsmitglieder des MTV waren ausschließlich junge Männer. Deren Überlegungen waren zunächst nicht nur auf sportliche Ziele gerichtet, auch ein Pfeifenclub stand zur Debatte. Um verstehen zu können, was sie bewegt haben könnte, statt eines Pfeifen- oder Rauchclubs den Turnverein "Frohsinn" Wassel ins Leben zu rufen, sollte man versuchen, sich in die Verhältnisse zurückzuversetzen, die damals in der engeren und weiteren Heimat herrschten.

Bereits Anfang des Jahrhunderts - nämlich 1811 - hatte Turnvater Jahn den Gedanken propagiert "Leibesertüchtigung durch Turnen". Diese Idee hatte sich trotz des Widerstandes von politischer Seite weit verbreitet und zu vielen Vereins- und Clubgründungen geführt. Die Technisierung und die Industrialisierung gingen mit Riesenschritten voran. Das Königreich Hannover, dem man treu ergeben war, wurde gerade 30 Jahre vorher nach der verlorenen Schlacht bei Langensalza von Preußen "vereinnahmt". Damals waren erhebliche Kriegsschulden und Reparationen zu entrichten. Das neue Deutsche Reich war knapp bei Kasse, hatte aber die ersten 25 Jahre überstanden. Wilhelm II. hatte als König von Preußen und Deutscher Kaiser seit 10 Jahren das Zepter fest in der Hand. In Preußen galt noch immer das Dreiklassen-Wahlrecht. Der Verdienst der arbeitenden Bevölkerung war gering. Aus heutiger Sicht betrachtet, lebte man sehr dürftig und bescheiden.

14 junge Männer gründen den MTV - 18. September 1897

Im Gründungsjahr des Männerturnvereins bestand offensichtlich in Wassel bereits ein Gesangverein. Aus den Unterlagen des Männerturnvereins ist nämlich ersichtlich, dass im Januar 1899 der Gesangverein Wassel 2 Mark aus der Kasse des MTV erhalten hat. Das genaue Gründungsdatum des MTV "Frohsinn" ist nicht überliefert. Ein Stiftungsfest zum einjährigen Bestehen am 18. September 1898 lässt aber vermuten, dass der 18. September 1897 das Gründungsdatum des MTV Wassel ist. Auf der ersten Monatsversammlung am 9. Oktober 1897 gab man sich die Statuten, in denen die Bestimmungen über den Präsidenten, den Vorstand, über die Rechte und Pflichten aktiver und passiver Mitglieder, über die Beitragszahlung und Beitragshöhe, Turnabende und Versammlungen festgelegt waren.

Vereinslokal war damals das Krackesche Wirtshaus. Heute ist es kaum vorstellbar, aber auf dessen großer Diele wurde im Winterhalbjahr auch geturnt, und als Turnplatz galt eine benachbarte Viehweide. Die ersten Turnabende im Freien haben offensichtlich mehr oder weniger Neugierige angelockt, denn schon im Protokoll der Monatsversammlung von Oktober 1897 ist vermerkt: "Es soll nicht geduldet werden, dass Zuschauer - ausgenommen die passiven Mitglieder - anwesend sind". Für die aktiven Vereinsmitglieder war die Teilnahme am Turnen Pflicht. Wer fehlte, musste Strafgeld entrichten.

Eintrittsgeld, Beiträge, Extragelder und Strafgelder wurden stets bei den Monatsversammlungen kassiert. Diese wurden zunächst Samstagabend und später Sonntagnachmittag abgehalten. Darüber wurde peinlich genau Buch geführt, obwohl es sich bei den Beiträgen und Strafgeldern nur um Pfennigbeträge handelte.
Im Dezember 1898 wurde beschlossen, der Deutschen Turnerschaft, Turnkreis VI, Leine-Wesergau, beizutreten. Laut Satzung dieser Dachorganisation galten als Einzelmitglieder:

  • wirkliche Mitglieder
  • Zöglinge (14 - 18 Jahre alt)
  • Turnfreunde und
  • Ehrenmitglieder.

Letztere waren schon damals beitragsfrei, aber nicht von der Verbandsabgabe freigestellt.

Mitglieder - Turnerinnen nicht eingerechnet

Eingerechnet waren zudem nicht "bloß zahlende Turnfreunde", Schüler unter 14 Jahren und - man höre und staune - Turnerinnen! Seinerzeit gehörte der Deutschen Turnerschaft auch der Turngau "Deutsch-Österreich" an. Dieser hatte aber bei der Zahl seiner Mitglieder die Einwohner des slowakischen, italienischen und ungarischen Teils der Bevölkerung nicht mitzurechnen.

Beim Geräteturnen stand das Turnen am Reck im Vordergrund. Schon am 22.11.1897 hatte nämlich der Schmiedemeister August Rulff in Wassel zum Preise von 9,50 Mark eine neue Reckstange geliefert. Dazugekauft wurden für 75 Pfennig Magnesia und für 5 Pfennig Schmirgel.

In der Monatsversammlung am 05.02.1898 wurden die Vereinsfarben rot und grün festgelegt. Der Verein fand schon vor 100 Jahren viel Zuspruch bei der Bevölkerung, was seinen Niederschlag in den Neuaufnahmen zusätzlicher aktiver und passiver Mitglieder fand. Da das Turnen im Verein aber auch immer wieder ungebetene Zuschauer anlockte, fasste man im Juni 1898 folgenden Beschluss: "Der Vorstand soll die Zuschauer zum Eintritt in den Verein oder zum Verlassen des Turnplatzes auffordern". Heute wird in Wassel selbstverständlich niemand mehr zum Verlassen des Platzes aufgefordert, sehr wohl nutzt aber man jede Gelegenheit, Nichtmitglieder von der Notwendigkeit zum Vereinseintritt zu überzeugen.

Trotz aller guten Vorsätze blieben dem aufblühenden Verein natürlich Rückschläge nicht erspart. Wie rigoros man damals mit Verfehlungen von Vereinsmitgliedern umging, zeigt dieses Beispiel. So musste der Vorturner Heinrich Sievers "wegen dreimaligen unentschuldigten Fehlens hintereinander" aus dem Verein ausgeschlossen werden. Das Turnen konnte deswegen nur noch einmal wöchentlich sonnabends stattfinden. Er war es übrigens, der eigentlich einen Pfeifenclub gründen wollte.

Klatsch wird verboten

Trotz harmonischen Vereinslebens sah man sich im Sommer 1906 gezwungen, die Statuten folgendermaßen zu erweitern: "Wer im Verein klatscht, wird sofort ausgeschlossen". Damit war sicher die Verleumdung und üble Nachrede gemeint. Bei aller Vorsicht, Verständnis und allem Schmunzeln, dieser Beschluss ist Nachdenkens wert. Schließlich ist miteinander reden immer gut, übereinander häufig schädlich.

Getreu dem Motto, Feste soll man feiern, wie sie fallen, beging man das zehnjährige Bestehen des Vereins mit einem großen Ball, bei dem vom Verein großzügiger Weise zwei Fass Bier zum Preise von 7 Mark spendiert wurden. Ansonsten gab sich der Vorstand aber schon damals sehr sparsam in seinen Ausgaben. So wurde das Protokollbuch, das am 1. Oktober 1905 zum Preise von 1,85 Mark angeschafft worden war, nunmehr auch auf den nummerierten Blättern der Rückseite beschrieben, so dass es bis zum Oktober 1910 ausreichte. Im Februar 1911 war es erforderlich geworden, ein neues Reck zu beschaffen. Dies wurde zum Preise von 28,50 Mark vom Schmiedemeister August Rulff geliefert. Erstaunlich ist, dass die beschließende Versammlung trotz der relativ hohen Kosten für das Reck bereits nach 30 Minuten beendet war. Über manche Pfennigausgabe dagegen wurde stundenlang diskutiert. Ende des Jahres war es dem Verein sogar möglich, ein weiteres Turngerät, nämlich ein Pferd, zum Preise von 127,35 Mark anzuschaffen.

Ehrenamtlich wird der Verein bekanntermaßen bis heute geführt. Auch die Aufwandsentschädigung der Übungsleiter stellt bestenfalls eine kleine Anerkennung dar und wird meistens noch für die Mannschaften zur Verfügung gestellt. Erwähnenswert ist deshalb, dass in den Jahren nach der Gründung die Vorturner, die man sich auch von „auswärts geholt" hatte, ein, wenn auch bescheidenes, Entgelt erhielten.

Der sportliche Aufschwung kostet viel Geld

Im Jahre 1912 schloss der MTV "Frohsinn" Wassel einen Vertrag mit dem Gastwirt Schrader, der seinen Saal zum jährlichen Preis von 20 Mark zur Verfügung stellte. Mit der Aufnahme des Turnbetriebes im Saal erwuchsen dem Verein erhebliche Kosten, so dass sich der Kassenbestand von 300 Mark auf 100 Mark drastisch verringerte. Auch ein Tanzvergnügen, das neue Einnahmen bringen sollte, hatte nicht den gewünschten Erfolg. Den Kosten in Höhe von 72,70 Mark standen nur Einnahmen in Höhe von 65,25 Mark gegenüber. Im gleichen Jahr gab es erstmals Zuschüsse für die Vereinsarbeit. Seit 1912 stellte nämlich das Landratsamt dem Verein einen jährlichen Zuschuss von 40 Mark zur Verfügung.

  1. Die Kasse geht verloren
  2. Gleichschaltung bis in die Dörfer
  3. Der Wiederbeginn 1947
  4. Handballer müssen turnen

Seite 1 von 3

  • 1
  • 2
  • 3
  • Sparten und Abteilungen
    • Body Workout
    • Bogensport
    • Boule
    • Damen-Fitness
    • Eltern-Kind-Turnen
    • Fit im Alter
    • Happy Dancers
    • Herren-Fitness
    • Kinderturnen
    • Rückenschule
    • Schießsport
    • Sportabzeichen
    • Tabata
    • Tanztreff
    • Tischtennis
    • Walking / Nordic Walking
    • Yogilates
  • Kontakt
  • Offizielles
    • Chronik
    • Jubiläum 125 Jahre
    • Beitrittserklärung
    • Datenschutzerklärung
    • Archiv
    • Satzung
    • Bekanntmachungen
    • Impressum
    • Vorstand
  • Kalender
    • Einzelkalender der Sparten
    • Kalender importieren
  • Sporthalle
    • Belegungsplan
    • Anfahrt
    • Vermietung
    • Jubiläum 2017 - Programm und Sponsoren
    • Geschichte der Sporthalle
  • Presseberichte
    • Falkenauge
    • HAZ / Sehnde News
  • Wassel
    • Feuerwehr Wassel
    • Natur-Kultur-Pfad